Du hast ein Unternehmen, eine eigene Website und vielleicht sogar schon seit Jahren zufriedene Kunden. Trotzdem taucht dein Betrieb bei Google Maps kaum auf. Suchst du beispielsweise nach „Heizungsbauer Emsdetten“ oder „Elektriker Greven“, erscheinen andere Unternehmen vor deinem. Darunter möglicherweise Betriebe, die es noch gar nicht so lange gibt.
Das ist ärgerlich. Schließlich suchen viele potenzielle Kunden direkt bei Google nach einem passenden Dienstleister in ihrer Nähe. Wer dort nicht erscheint, wird bei der Auswahl häufig gar nicht erst berücksichtigt.
Die Ursache liegt allerdings nicht immer an einer schlechten Website. Google berücksichtigt bei lokalen Suchanfragen verschiedene Informationen, darunter dein Unternehmensprofil, den Standort und die Bekanntheit deines Betriebs.
Ich zeige dir sieben häufige Ursachen, die dafür sorgen können, dass dein Unternehmen bei Google Maps schlecht gefunden wird. Einige davon lassen sich relativ einfach beheben. Bei anderen ist etwas mehr Arbeit erforderlich.
1. Dein Unternehmen ist der falschen Kategorie zugeordnet
Bei der Einrichtung eines Google-Unternehmensprofils musst du eine Hauptkategorie auswählen. Diese hilft Google dabei, deinen Betrieb passenden Suchanfragen zuzuordnen.
Und genau hier passieren bereits die ersten Fehler.
Stell dir einen Handwerksbetrieb vor, der sich auf Wärmepumpen und moderne Heizungsanlagen spezialisiert hat. Im Google-Unternehmensprofil ist allerdings nur eine sehr allgemeine Kategorie hinterlegt, obwohl es eine passendere Auswahl gäbe.
Google kann dann unter Umständen schlechter erkennen, bei welchen Suchanfragen der Betrieb relevant ist.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Kategorien auszuwählen. Die Hauptkategorie sollte beschreiben, was dein Unternehmen tatsächlich ist. Weitere Kategorien können sinnvoll sein, sofern sie ebenfalls zu deinem Betrieb passen.
Was du überprüfen solltest:
- Passt deine Hauptkategorie zu deinem eigentlichen Kerngeschäft?
- Gibt es eine spezifischere Kategorie, die deinen Betrieb besser beschreibt?
- Sind zusätzliche Kategorien hinterlegt, die mit deinem Unternehmen nichts zu tun haben?
Ein häufiger Fehler besteht darin, Kategorien auszuwählen, nur weil man für bestimmte Suchbegriffe gefunden werden möchte. Das funktioniert nicht unbedingt und widerspricht unter Umständen den Richtlinien von Google.
2. Dein Google-Unternehmensprofil ist unvollständig
Viele Unternehmen haben irgendwann ein Google-Unternehmensprofil angelegt und sich anschließend nicht mehr darum gekümmert.
Die Telefonnummer stimmt, die Adresse ist richtig und vielleicht sind noch zwei Fotos vorhanden. Mehr aber auch nicht.
Das ist verschenktes Potenzial.
Google benötigt Informationen, um ein Unternehmen möglichst genau einordnen zu können. Gleichzeitig wollen potenzielle Kunden wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Nehmen wir einen Sanitärbetrieb aus Emsdetten. Ein Kunde hat einen defekten Wasserhahn und sucht nach einem passenden Handwerker. Er findet zwei Betriebe.
Beim ersten Unternehmen sieht er eine Telefonnummer und den Namen. Beim zweiten findet er zusätzlich Informationen zu den angebotenen Leistungen, aktuelle Fotos und einen Link zur Website.
Welcher Eintrag wirkt hilfreicher?
Natürlich bedeutet das nicht, dass der zweite Betrieb automatisch besser platziert wird. Für die Entscheidung des Kunden können solche Informationen aber durchaus ausschlaggebend sein.
Achte deshalb auf vollständige Kontaktdaten, passende Leistungen, eine aussagekräftige Unternehmensbeschreibung und aktuelle Bilder.
Auch die Öffnungszeiten sollten stimmen. Nichts ist ärgerlicher, als vor einer geschlossenen Tür zu stehen, obwohl Google behauptet, das Geschäft sei geöffnet.
Wichtig ist außerdem, dass du dein Unternehmensprofil bestätigt hast. Ein nicht bestätigtes Profil kann die Verwaltung und Sichtbarkeit beeinträchtigen.
3. Deine Unternehmensdaten stimmen nicht überall überein
Ein Problem, das ich bei lokalen Websites immer wieder für prüfenswert halte, sind unterschiedliche Unternehmensdaten.
Auf der eigenen Website steht beispielsweise:
Musterstraße 12, 48282 Emsdetten
Bei Google Maps ist es dagegen noch die alte Geschäftsadresse. In einem Branchenverzeichnis findet sich eine Telefonnummer, die schon seit zwei Jahren nicht mehr existiert.
Für Kunden ist das verwirrend. Schließlich wissen sie nicht, welche Angaben richtig sind.
Auch Google nutzt unterschiedliche Quellen, um Informationen über Unternehmen zu erhalten.
Im Local SEO spricht man in diesem Zusammenhang häufig von NAP-Daten. Die Abkürzung steht für Name, Address und Phone, also Firmenname, Adresse und Telefonnummer.
Diese Angaben sollten möglichst einheitlich und vor allem korrekt sein.
Es ist allerdings nicht notwendig, überall dieselbe Schreibweise bis auf das letzte Zeichen zu erzwingen. Ob in einem Verzeichnis „Straße“ und in einem anderen „Str.“ steht, ist normalerweise kein Grund zur Panik.
Problematisch sind vielmehr tatsächlich widersprüchliche Informationen.
Prüfe daher zunächst deine Website und dein Google-Unternehmensprofil. Anschließend lohnt sich ein Blick auf wichtige Branchenverzeichnisse und andere Websites, auf denen dein Betrieb eingetragen ist.
Dass Google jede noch so kleine Abweichung mit einem schlechteren Ranking bestraft, ist übrigens nicht belegt. Trotzdem sind korrekte Unternehmensdaten eine wichtige Grundlage für die lokale Auffindbarkeit.
4. Dein Unternehmen hat kaum Google-Bewertungen
Wie viele Bewertungen hat dein Betrieb?
Drei? Fünf? Vielleicht noch gar keine?
Dann lohnt es sich, diesen Punkt genauer anzuschauen.
Google nennt die Anzahl der Bewertungen und positive Rezensionen ausdrücklich als Faktoren, die das lokale Ranking unterstützen können.
Dabei geht es aber nicht ausschließlich um die Sternebewertung.
Ein Handwerksunternehmen mit 4,8 Sternen aus 65 Bewertungen vermittelt potenziellen Kunden eine andere Grundlage zur Einschätzung als ein Betrieb mit einer einzigen 5-Sterne-Bewertung.
Das bedeutet nicht, dass der erste Betrieb automatisch besser arbeitet. Aber Interessenten bekommen mehr Rückmeldungen, anhand derer sie sich ein Bild machen können.
Gerade im Handwerk spielen Empfehlungen eine große Rolle. Früher fragte man vielleicht den Nachbarn nach einem guten Elektriker. Heute schaut man zusätzlich bei Google nach.
Du musst dafür keine aufwendigen Kampagnen starten. Häufig reicht es schon, zufriedene Kunden nach Abschluss eines Auftrags freundlich auf die Möglichkeit einer Bewertung hinzuweisen.
Google bietet dafür einen direkten Bewertungslink an, den du beispielsweise mit einer Abschlussmail verschicken kannst.
Auf gekaufte Bewertungen oder Gegenleistungen solltest du verzichten. Auch eine gezielte Auswahl ausschließlich zufriedener Kunden zur Bewertungsabgabe kann gegen Googles Regeln verstoßen. Bitte stattdessen neutral um ehrliches Feedback.
Und noch etwas: Antworte möglichst auch auf Bewertungen. Gerade bei kritischen Rückmeldungen kannst du zeigen, wie dein Betrieb mit Beschwerden umgeht.
5. Deine Website hat kaum einen lokalen Bezug
Eine Website kann technisch sauber aufgebaut sein, schnell laden und trotzdem für lokale Suchanfragen wenig relevant erscheinen.
Ein häufiger Grund: Es ist kaum zu erkennen, wo das Unternehmen tätig ist.
Nehmen wir einen Elektriker aus Greven, der auch Kunden in Emsdetten, Saerbeck und Münster betreut.
Auf seiner Website steht lediglich:
„Wir sind Ihr kompetenter Partner für sämtliche Elektroinstallationen.“
Das sagt etwas über die angebotene Leistung aus. Aber nicht darüber, wo der Betrieb arbeitet.
Natürlich weiß Google möglicherweise durch das Unternehmensprofil, wo sich der Standort befindet. Trotzdem kann die Website zusätzliche Informationen liefern, die den lokalen Bezug verdeutlichen.
Das beginnt bereits bei einer klaren Beschreibung auf der Startseite.
Beispielsweise:
„Elektroinstallationen, Wallboxen und Netzwerktechnik in Greven und Umgebung.“
Auf den Leistungsseiten lassen sich weitere Informationen ergänzen. Welche Arbeiten werden angeboten? Für welche Kunden? In welchem Gebiet?
Auch echte Referenzen können sinnvoll sein.
Hat ein Betrieb beispielsweise eine Wärmepumpe in Emsdetten installiert, lässt sich daraus eine kurze Projektvorstellung machen. Mit Bildern, einer Beschreibung der Arbeiten und dem tatsächlichen Ort des Projekts.
Das ist für Interessenten wesentlich hilfreicher als eine allgemeine Leistungsbeschreibung, die genauso auf hundert anderen Websites stehen könnte.
Wovon ich abraten würde, sind dutzende nahezu identische Unterseiten für jede Stadt im Umkreis.
Eine Seite für „Elektriker Greven“, dieselbe Seite für „Elektriker Emsdetten“ und noch einmal für „Elektriker Saerbeck“, bei der jeweils nur der Ortsname ausgetauscht wurde, bringt den Besuchern kaum einen Mehrwert.
Besser sind gut aufgebaute Leistungsseiten mit konkreten Informationen und nachvollziehbarem regionalem Bezug.
Eine gute lokale Website ist kein Garant für eine Top-Platzierung in Google Maps. Sie kann Google aber dabei unterstützen, deinen Betrieb und sein Angebot besser einzuordnen.
Genau hier setzt die lokale Suchmaschinenoptimierung (Local SEO) an. Dabei geht es nicht nur um dein Google-Unternehmensprofil, sondern auch darum, deine Website für Suchanfragen aus deiner Region besser aufzustellen. Welche Maßnahmen dabei sinnvoll sind und worauf es ankommt, erkläre ich auf meiner Seite zur lokalen Suchmaschinenoptimierung.
6. Dein Unternehmen wird im Internet kaum erwähnt
Ein weiterer Punkt ist die Bekanntheit deines Unternehmens.
Google spricht beim lokalen Ranking von „Beliebtheit“ beziehungsweise „Prominenz“. Gemeint ist vereinfacht gesagt, wie bekannt und etabliert ein Unternehmen ist.
Dabei können beispielsweise Verlinkungen von anderen Websites und Bewertungen eine Rolle spielen.
Für einen regionalen Handwerksbetrieb bedeutet das nicht, dass er plötzlich deutschlandweit bekannt werden muss.
Lokale Bekanntheit beginnt häufig schon im eigenen Umfeld.
Vielleicht unterstützt dein Unternehmen einen Sportverein in Emsdetten. Oder du arbeitest mit anderen regionalen Betrieben zusammen. Möglicherweise gibt es einen Zeitungsartikel über ein besonderes Projekt.
Wenn dein Unternehmen in diesem Zusammenhang auf einer anderen Website erwähnt oder verlinkt wird, kann das auch für die lokale Online-Sichtbarkeit interessant sein.
Entscheidend ist, dass solche Erwähnungen tatsächlich einen Bezug zum Unternehmen haben.
Ich würde deshalb nicht empfehlen, wahllos Einträge in hunderten Branchenverzeichnissen zu kaufen oder Links von irgendwelchen Websites zu sammeln.
Interessanter sind echte Kooperationen, regionale Berichterstattung, relevante Fachportale und Unternehmensverzeichnisse, die von potenziellen Kunden auch tatsächlich genutzt werden.
Eine einzelne Verlinkung wird dein Google-Maps-Ranking vermutlich nicht auf den Kopf stellen. Über längere Zeit kann ein glaubwürdiger Internetauftritt mit echten Erwähnungen aber helfen, die Bekanntheit deines Betriebs zu stärken.
7. Dein Standort und die Konkurrenz beeinflussen deine Platzierung
Dieser Punkt wird bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung gerne unterschätzt.
Du kannst dein Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, Bewertungen sammeln und eine gute Website betreiben. Trotzdem wirst du nicht bei jeder Suche ganz oben erscheinen.
Das liegt unter anderem an der Entfernung.
Google berücksichtigt bei lokalen Suchanfragen, wie weit ein Unternehmen vom Standort der suchenden Person entfernt ist.
Ein Beispiel:
Dein Betrieb sitzt in Emsdetten. Jemand sucht mitten in Münster nach einem Heizungsbauer.
Dann kann es durchaus passieren, dass Google zunächst Betriebe aus Münster anzeigt, auch wenn du dort ebenfalls Aufträge annimmst.
Das ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass deine Website schlecht optimiert wurde.
Hinzu kommt die Konkurrenz.
In manchen Branchen gibt es nur wenige Unternehmen in unmittelbarer Umgebung. In anderen konkurrieren zahlreiche Betriebe um dieselben Suchanfragen.
Deshalb kann dein Betrieb bei einer Suche aus Emsdetten gut sichtbar sein, während er bei derselben Suche aus Greven oder Münster deutlich weiter hinten auftaucht.
Wichtig: Das im Unternehmensprofil eingetragene Einzugsgebiet sorgt nicht automatisch dafür, dass du in allen aufgeführten Städten gleich gut gefunden wirst.
Auch der tatsächliche Unternehmensstandort spielt weiterhin eine Rolle.
Genau deshalb solltest du deine Position bei Google Maps nicht anhand einer einzigen Suchanfrage beurteilen.
Wer nur am eigenen Schreibtisch prüft, ob sein Unternehmen erscheint, bekommt einen sehr eingeschränkten Eindruck von der tatsächlichen Sichtbarkeit.
Was solltest du zuerst überprüfen?
Bevor du Geld in Werbung oder umfangreiche SEO-Maßnahmen investierst, würde ich zunächst die Grundlagen kontrollieren.
[ ] Ist mein Google-Unternehmensprofil bestätigt und öffentlich sichtbar?
[ ] Sind Hauptkategorie und weitere Kategorien korrekt?
[ ] Sind Telefonnummer, Website, Standort und Öffnungszeiten aktuell?
[ ] Werden meine wichtigsten Leistungen im Profil beschrieben?
[ ] Stimmen meine Unternehmensdaten auf wichtigen Websites überein?
[ ] Ist auf meiner Website klar erkennbar, wo ich tätig bin?
[ ] Gibt es eine einfache Möglichkeit für Kunden, Bewertungen abzugeben?
Sollte dein Unternehmen auch bei einer direkten Suche nach dem exakten Firmennamen nicht erscheinen, musst du außerdem prüfen, ob das Profil möglicherweise noch nicht veröffentlicht, gesperrt oder durch eine notwendige Bestätigung eingeschränkt ist. Das wäre ein anderes Problem als eine schlechte Platzierung bei allgemeinen Suchanfragen.
Warum eine gute Google-Maps-Platzierung kein Zufall ist
Google bewertet lokale Suchergebnisse hauptsächlich anhand von drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit.
Ein Teil davon lässt sich beeinflussen. Du kannst dein Unternehmensprofil verbessern, deine Website verständlicher aufbauen und dafür sorgen, dass Kunden korrekte Informationen über deinen Betrieb finden.
Den Standort deiner potenziellen Kunden oder die Stärke deiner direkten Konkurrenz kannst du dagegen kaum verändern.
Und genau deshalb wäre ich vorsichtig, wenn dir jemand eine garantierte Platzierung unter den ersten drei Ergebnissen bei Google Maps verspricht.
Eine seriöse lokale Suchmaschinenoptimierung beginnt mit der Frage, warum dein Unternehmen bei bestimmten Suchanfragen bislang schlecht gefunden wird. Erst anschließend lässt sich entscheiden, welche Maßnahmen überhaupt sinnvoll sind.
Wenn du wissen möchtest, wie gut dein Unternehmen bei Google aufgestellt ist und wo sich Verbesserungen lohnen, unterstütze ich dich gerne dabei. Auf sdash.de beschäftige ich mich unter anderem mit Websites, Suchmaschinenoptimierung und digitalen Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen.
