1. Kein Zugriff aufs Backend – kein Einfluss auf Performance
Eine Bekannte von mir, die sich im Bereich psychosoziale Beratung selbstständig gemacht hat, nutzte einen Baukasten mit WordPress + Divi Theme – allerdings ohne direkten Zugriff auf das Backend. Die Folge: massive Einschränkungen.
- ❌ Keine Bildoptimierung oder Caching möglich
- ❌ Keine Performance-Optimierung durch Plugins
- ❌ Kein Zugriff auf SEO-Plugins oder technische Einstellungen
Ergebnis: Die Ladezeit der Startseite war viel zu langsam! Das schreckt Besucherinnen/Besucher ab – und Google ebenfalls, denn Core Web Vitals und mobile Performance fließen 2026 stärker denn je ins Ranking ein.
2. DSGVO – rechtliche Risiken durch fehlende Standards
Der Website-Baukasten hat es verpasst, grundlegende rechtliche Vorgaben einzuhalten:
- ⚠️ Keine Datenschutzerklärung
- ⚠️ Kein Cookie-Consent-Manager
- ⚠️ Kein vollständiges Impressum (Pflichtangaben nach § 5 DDG – dem Nachfolger des früheren TMG)
Das ist nicht nur unprofessionell, sondern abmahnfähig – mit potenziellen Kosten im vierstelligen Bereich (typische Anwaltskosten liegen bei 500–1.500 €, bei wiederholten Verstößen drohen zusätzlich Vertragsstrafen von 5.000–15.000 €).
Neu seit 2025/2026: Ein BGH-Urteil vom März 2025 hat die Lage verschärft – DSGVO-Verstöße können jetzt zusätzlich über das Wettbewerbsrecht (UWG) auch von Mitbewerbern abgemahnt werden, nicht mehr nur von Behörden oder Verbraucherschutzverbänden. Wer als Berater:in online sichtbar ist, steht damit automatisch stärker im Risiko als noch vor ein paar Jahren. Und wer KI-generierte Bilder oder Texte einsetzt: Ab August 2026 verlangt Art. 50 des AI Acts eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte – auch das gehört inzwischen zur Grundausstattung einer rechtssicheren Website.
3. SEO? Leider Fehlanzeige
Damit eine Website gefunden wird, braucht es Grundlagen – diese fehlen hier komplett:
- 📉 Zu dünne Texte, die eine Suchanfrage nicht vollständig beantworten – die reine Wortanzahl ist zwar kein Rankingfaktor mehr, aber inhaltsarme Seiten werden von Google trotzdem konsequent abgestraft
- 📉 Keine H1-Überschriften (oder gleich mehrere – was genauso schlecht ist)
- 📉 Keine Keyword-Recherche oder -Verwendung
- 📉 Keine ALT-Tags bei Bildern
„Schön, sind Sie hier!“ – ein Satz, der nichts aussagt und niemanden abholt.
Was 2026 zusätzlich zählt: Google bewertet verstärkt E-E-A-T – insbesondere den Faktor „Experience“, also echte Praxiserfahrung statt generischer KI-Texte. Und da immer mehr Suchanfragen direkt über KI-Antworten (Google AI Overviews, ChatGPT, Perplexity) beantwortet werden, gewinnt GEO/AEO (Generative bzw. Answer Engine Optimization) an Bedeutung: Inhalte, die Fragen klar und direkt beantworten und strukturiert aufgebaut sind, werden eher zitiert.
4. Keine Zielgruppe, keine Persönlichkeit
Vor allem bei beratenden Tätigkeiten ist Vertrauen entscheidend. Doch auf der Seite fehlten:
- 👤 Persönliche Fotos
- 📖 Die eigene Geschichte („Warum habe ich diesen Beruf gewählt?“)
- 🎯 Eine klar definierte Zielgruppe oder Ansprache
Ergebnis: Besucher wissen nicht, ob sie hier richtig sind. Und verlassen die Seite wieder – ohne Kontaktaufnahme. Genau diese persönliche Note ist es übrigens auch, die Google als „Experience“-Signal beim neuen E-E-A-T-Faktor bewertet – Authentizität zahlt also doppelt ein: auf Vertrauen beim Menschen und auf Sichtbarkeit bei der Suchmaschine.
Fazit: Do-it-yourself ist teuer, wenn es nichts bringt
Eine Website ist dein digitaler Erstkontakt. Wenn sie unprofessionell wirkt, veraltet ist oder nicht gefunden wird – verlierst du Kunden, Vertrauen und im schlimmsten Fall Geld.
Mein Rat: Spare nicht am falschen Ende. Lass dir eine Website erstellen, die wirklich auf dein Business einzahlt.
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